EINLADUNG

“Slowenien –
Vom Zusammenbruch des Sozialismus zur Krise des Kapitalismus”
Vorlesung von Prof. Jože Mencinger,
Aero Klub, Uzun Mirkova 4/2, Donnerstag, 03. November, 2011, 15.30 – 18.30 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren,

Im Namen der Foundation for the Advancement of Economics (FREN) und der Friedrich-Ebert-Stiftung Belgrad (FES) haben wir die Ehre, Sie zu einer Vorlesung mit den Namen “Slowenien – Vom Zusammenbruch des Sozialismus bis zur Krise des Kapitalismus” einzuladen.
Die Vorlesung wird gehalten von Prof. Jože Mencinger, dem bekannten slowenischen Ökonomen und ehemaligem Wirtschaftsminister der ersten demokratisch gewählten Regierung seines Landes. Als Politiker, Wirtschaftswissenschaftler und politischer Kommentator nahm er aktiv Anteil an der politischen und ideellen Gestaltung des slowenischen Transitionsprozesses vom jugoslawischen Selbstverwaltungssozialismus hin zur westlich-orientierten Marktwirtschaft. Als erklärter Keynesianer trat er stets leidenschaftlich für eine gradualistische Transformation ein und warnte vor einer Schocktherapie nach Vorgaben des Washingtoner Konsenses.

Slowenien wird heute als einer der erfolgreichsten Transitionsökonomien im mittel- und osteuropäischen Raum wahrgenommen. Im Unterschied zu anderen Ländern der Region zeichnete sich Slowenien stets durch relative geringe Arbeitslosigkeit, hohe Löhne, eine ausgegliche Leistungsbilanz und erstaunlich wenig soziale Verwerfungen aus. Diese positiven Ergebnisse sind auch Folge einer unabhängig betriebenen Politik, die oftmals Vorgaben aus Brüssel oder Washington ignorierte. Statt eine rücksichtslose Privatisierungs- und Liberalisierungsstrategie zu verfolgen, bemühte sich Ljubljana darum, unabhängig von übermächtigen Investoren zu bleiben, die Gewinne aus der Privatisierung auch dem eigenen Land zuzuführen und überdies seine Politik der kleinen Schritte durch eine enge Sozialpartnerschaft zu legitimieren. Durch die jüngste Finanzkrise, die sich in Europa längst zu einer Staatsschulden- und darüber hinaus politischen Legitimationskrise ausgeweitet hat, sind jedoch die Errungenschaften dieser erfolgreichen Transition bedroht.

In seiner Vorlesung wird Prof. Jože Mencinger der Frage nachgehen, ob es in den letzten 20 Jahren sowas wie ein slowenisches Modell gab. Falls ja, kann dieses Modell in Zukunft erfolgreich und europäisch weitergezeichnet werden? Und welche Schlussfolgerungen und potenzielle Lektionen ergeben sich aus der slowenischen Erfahrung für andere Transitionsökonomien wie Serbien?